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Weltgebetstag der Frauen

   
Der Weltgebetstag der Frauen ist ein ökumenisches Fest, das überall auf der ganzen Welt jeweils am 1. Freitag im März von Frauen aller christlichen Konfessionen gefeiert wird.
In jedem Jahr stellen Frauen eines Landes die Liturgie für die Gottesdienste zusammen. In den Vorbereitungen in den unterschiedlichen Gemeindekreisen (z.B.im Frauenfrühstückskreis und in der Frauenhilfe) versucht man deshalb auch immer, das jeweilige Land, aus dem der Weltgebetstag kommt, die Menschen, die Kultur, den Glauben, die Hoffnungen und die Ängste und Probleme vor allem der Frauen kennen zu lernen und besser zu verstehen.
  In Heisingen wird der Weltgebetstag seit Jahren von einem ökumenischen Team der beiden Gemeinden vorbereitet und gestaltet. Neben einem gemeinsamen Kaffeetrinken bilden die beiden Gottesdienste um 17 und um 20 Uhr die Höhepunkte des Tages.
  Der Weltgebetstag wird im Wechsel in der katholischen Gemeinde St. Georg und in unserer Gemeinde gefeiert.
   
  Das Thema 2010 lautete:
  Alles, was Atem hat, lobe Gott
  ein Weltbebetstag aus Kamerun
   
  Einige Bilder finden sich in unserer Galerie.
   
  Hier ein Rückblick von Frauke Westerkamp :
 

„Was weiß ich eigentlich über Kamerun, das diesjährige Weltgebetstagsland, das „Afrika im Kleinen“. Was weiß ich außer das das Land eine hervorragende Fußballnationalmannschaft hat?“ diese Frage stellte sich nicht nur Gemeindereferentin Marlies Hennen-Nöhre in den beiden Gottesdiensten in der Pauluskirche. Nun, wir hatten ja an den Vorbereitungsabenden in den Vorträgen von Frau Lüning und Frau Arndt schon einiges gehört über die unterschiedlichen Landschaften, Strände, Berge, Wüsten, Savannen, Regenwald, fruchtbares Ackerland, eben alles was Afrika ausmacht in einem Land. Wir sahen Dias von Frauen bei ihrer harten Arbeit und wir lernten, dass Frauen und Mädchen praktisch keine Rechte, dafür aber die Verpflichtung haben für Haushalt, Erziehung, Ernährung und Unterhalt der Familie allein zu sorgen. Eine bekannte Redensart ist, dass der Mann bei einen ungewohnten Geräusch im Haus ruft „Wer ist da?“ und die Frau antwortet: „Es ist niemand. Ich bin es.“ Vor diesem Hintergrund konnte man die Auswahl der Texte und Gebete verstehen, die die Frauen des Kameruner Weltgebetstagskomitees verstehen. Die Lesung aus der Apostelgeschichte von Paulus und Silas, die von einer Sklavin tagelang verfolgt werden, die mit lauter Stimme immer wieder ruft: das sind Diener des höchsten Gottes. Die Sklavin, so heißt es im Text, sei von einem Geist besessen, der sie hellsehen ließ, was von ihren Herren in bare Münze umgesetzt wurde. Nachdem Paulus dem Geist befohlen hatte, aus ihr auszufahren, war sie für die Herren wertlos und diese rächten sich an Paulus und Silas in dem sie sie vor Gericht stellen, foltern und einkerkern ließen. Im Kerker begannen Paulus und Silas zu singen und den Herrn zu lobpreisen. Dies Verhalten, auch in auswegloser Situation, in bedrängter Lage in großer Not und Hoffnungslosigkeit zu singen und Gott zu loben, gibt den Frauen in Kamerun Mut und Hoffnung, sie hoffen auf Gottes Kraft, die ihnen eine Stimme gibt. Sie danken für das Geschenk des Lebens und fordern uns dazu auf, es ihnen gleich zu tun. Das Schicksal der verstummten Sklavin möge uns erinnern, die stummen, rechtlosen Frauen und Mädchen in Kamerun nicht zu vergessen und ihre Hilfsprojekte zu unterstützen.

Die Kollekte unterstützt die Projekte der Weltgebetstagorganisation in zahlreichen Ländern, schwerpunktmäßig in Kamerun, aber in diesem Jahr bedingt durch die jüngsten Erdbebenkatastrophen auch in Haiti, dem Weltgebetstagsland 1996, und in Chile, dem Patenland in 2011 (die Kollekte ergab 1155,81 Euro - Anm. d. Redaktion) .

War der Gottesdienst um 16 Uhr 30, der musikalisch von Doris Cram am Saxophon und Kantor Schoeneberger am Klavier begleitet wurde, schon gut besucht, so konnte die Kirche die enge kaum fassen, die sich, trotz beginnenden Schneetreibens, um 19 Uhr einfanden. Dies lag wohl nicht zuletzt am Auftritt von 6 Sängerinnen und Sängern des New Life Gospelchoirs aus Düsseldorf, der mit seinen Vorstellungen Schul- und Ausbildungsprojekte in ihrem Heimatland Ghana unterstützt. Die begeisternden Sänger rissen das Publikum mit bekannten Gospelsongs förmlich von den Stühlen. Die Lieder passten sich in das Konzept der Texte und Gebete, die wieder sehr gut durch das ökumenisch besetzte Weltgebetstagsteam vorbereitet waren, ein und machten afrikanisches Lebensgefühl spürbar.

Als der Gottesdienst mit dem Segen von Pfarrerin Sabine Grüneklee-Herrmann endete, waren zwei Stunden vergangen wie im Fluge.

Frauke Westerkamp

 

 

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